Eine neue Stadtflucht?

Stillstand im Zentrum

Im Jahr 2017 ist die Einwohnerzahl der Stadt Luzern - erstmals seit Jahren - geschrumpft. Aber nicht nur bei der Entwicklung der Wohnbevölkerung, auch beim Wirtschaftswachstum findet sich die Stadt im kantonalen Vergleich in den Schlussrängen. Die Agglomeration und der Kanton entwickeln sich deutlich dynamischer.

Eine neue Stadtflucht?

Der Stadt Luzern geht es zwar noch gut und sie ist damit in guter Gesellschaft mit den Schweizer Städten. Ob der «urbanen Sonderkonjunktur» (Städtemonitoring Avenir Suisse) mit üppig sprudelnden Steuereinnahmen und bei dem globalen Mega-Trend der Urbanisierung darf nicht vergessen werden, dass es den Schweizer Städten nicht immer so gut ging. Zwischen 1975 und 2000 verlor die Kernstadt Luzern über 25’000 Einwohner, sprich ein Drittel ihrer Bevölkerung. Man braucht also gar nicht soweit zurück zu blicken um zu sehen, dass Städte nicht nur prosperieren und wachsen, sondern auch schrumpfen können.

Dynamische Wirtschaft als Lebenselixier

Das Lebenselixier der Städte sind wertschöpfungsorientierte Unternehmen, welche Arbeitsplätze schaffen. Der links-grünen Mehrheit in der Stadtluzerner Politik fehlt schlicht das Bewusstsein für wirtschaftliche Realitäten. Dabei sägt Links-Grün ausgerechnet an dem Ast, worauf die Stadt Luzern sitzt; die Tourismusdiskussion mit der völlig einseitigen Betonung der negativen Aspekte ist nur ein Beispiel dafür.

Statt ihre Rolle und Verantwortung als Wirtschaftsmotor des Kantons und der Zentralschweiz wahrzunehmen, übt sich die - denkbar knappe - politische Parlaments-Mehrheit der Stadt Luzern darin, eine utopische Insel links-grüner Glückseligkeit schaffen zu wollen. Dabei wird die wirtschaftlich notwendige Erreichbarkeit der Stadt mutwillig verschlechtert, die sich ergänzenden Mobilitätsformen werden gegeneinander ausgespielt und zunehmend wird erzieherisch (z.B. in Ernährungsfragen) auf die Einwohnerinnen und Einwohner eingewirkt. In wichtigen politischen Fragen verweigert man sich gar der Diskussion: die notwendige Weiterentwicklung städtischer Infrastruktur wird blockiert.

Gemeinsam weiterkommen!

Selbstzufriedenheit, Diskussionsverweigerung und die ostentative Verachtung der Bedeutung wirtschaftlicher Wertschöpfung sind schlechte Rezepte für die Zukunft der Stadt Luzern. Jeder Steuerfranken muss zuerst verdient werden. Voraussetzungen dafür sind private Initiative und unternehmerisches Handeln. Diese Voraussetzungen und die dazu benötigten Freiräume sind Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung einer lebendigen Stadt, aber genau so auch fruchtbarer Boden für Kultur und Bildung. In diesem Bewusstsein setzten wir uns ein für eine lebenswerte und zukunftsorientierte Stadt Luzern. Ein erfolgsversprechender Einsatz erfordert gemeinsames Handeln. Gemeinsam können und wollen wir weiterkommen!