Smart Parking und Parkplatzbörsen

Interpellation

Parkplätze sind in der Stadt Luzern knapp. Die Erreichbarkeit ist für die wirtschaftliche Entwicklung des Gewerbes und der ganzen Stadt zentral. Die verschiedenen Verkehrsformen wie öffentlicher Verkehr, Langsamverkehr und motorisierter Individualverkehr sollen dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wie der Velofahrer ist auch die Autofahrerin auf gut erreichbare Parkmöglichkeiten angewiesen.

In dicht besiedeltem Gebiet, besonders in der Stadt, sind Parkplätze ─ für Velos und Autos ─ ein knappes Gut. Der gesunde Menschenverstand und die ökonomische Vernunft fordern einen effizienten Umgang mit knappen Gütern. Es macht wenig Sinn, dass einzelne bestehende Ressourcen (Parkplätze) leer stehen und somit nicht genutzt werden, während die Gesamtnachfrage das Gesamtangebot übersteigt.

Eine Möglichkeit zur effizienteren Nutzung der Ressource Parkplatz bietet das System einer „Parkplatzbörse“. Dabei können gemietete Parkplätze in Zeiten, in welchen die Plätze leer stehen, über eine Vermittlungsplattform (Stichwort „Smart Parking App“) untervermietet werden.

Dank neuer technischer Möglichkeiten bietet sich zudem die Möglichkeit, die Belegungssituation von Parkplätzen quasi in Echtzeit zu erfassen und relevante Informationen mittels Apps an Parkplatzsuchende weiterzugeben. Ein entsprechendes Pilotprojekt gibt es gemäss LUZERNER ZEITUNG vom 20.1.2017 unter dem Titel „Neue App führt Cars zum Parkplatz“ auf dem EWL-Areal. Auch beim Thema Carparkierung scheint die Stadt auf Smart Parking Technologie zu setzen. Dies geht auch aus dem oben erwähnten Zeitungsbericht hervor. Neue Technologien böten zudem die Möglichkeit, die Nutzungspreise von Parkplätzen dynamischer zu gestalten.

Solche neuen Systeme haben nicht nur das Potential, dass die knappe Ressource Parkplatz effizienter genutzt wird und damit gesamthaft weniger Siedlungsfläche für Parkfläche verbraucht wird; sie haben auch das Potential, den ─ nach ökonomischen und ökologischen Kriterien ─ schädliche Suchverkehr zu verkleinern. Im Zusammenhang mit «Smart Parking» gelangen wir mit folgenden Fragen an den Stadtrat:

  1. Ist sich der Stadtrat bewusst, dass „Smart Parking“ ein Teil einer «Smart City» ist?
  2. Hat der Stadtrat die Auswirkungen einer „Parkplatz-Weitervermietung“ untersuchen lassen?
  3. Wenn ja: zu welchen Erkenntnissen hat dies geführt? Liegen allenfalls aktuelle Studien vor?
  4. Wenn nein: wird sich der Stadtrat demnächst mit dem Problem auseinandersetzen?
  5. Sind die rechtlichen Gegebenheiten eines solchen Systems klar? Welche Rechtsgrundlagen sind dabei massgebend? Gibt es Einschränkungen bezüglich Untervermietungen privater Parkplätze?
  6. Verfügt Luzern über Zahlenmaterial, welches aufzeigt, wie hoch in der Stadt der Parkplatz-Suchverkehr im Verhältnis zum Durchgangsverkehr ist?
  7. Gibt es Überlegungen, die Preise für Parkplätze abhängig von der Nachfrage dynamisch zu gestalten?

Fabian Reinhard
namens der FDP Fraktion