Bedarf an Büroflächen der Stadtverwaltung mittel- und langfristig planen und optimieren

Dringliche Motion

Für ihre Verwaltungstätigkeit benötigt die Stadt Luzern geeignete Büroflächen. Die Stadtverwaltung ist heute auf verschiedene Standorte verteilt. Wichtige Funktionen befinden sich nebst dem Stadthaus im Hirschengraben und den angrenzenden Gebäuden insbesondere an der Industriestrasse, am Kasernenplatz, an der Pilatusstrasse, an der Arsenalstrasse sowie am Ruopigenplatz im ehemaligen Gemeindehaus von Littau (Haus der Informatik). Aus den Antworten des Stadtrats auf die Interpellation 332 Was unternimmt der Stadtrat gegen die Abwanderung von Unternehmen? geht hervor, dass auf dem Areal von ewl Energie Wasser Luzern rund 62’500 m2 Nutzfläche realisiert werden können. Davon seien etwa 20’000 m2 für Wohnnutzungen vorgesehen. Somit verbleiben etwa 42’000 m2 für Dienstleistungsflächen, was für die Stadt Luzern ein enormes Potential und eine grosse Chance bedeutet. Aus der Antwort des Stadtrats geht allerdings weiter hervor, dass die frei vermarktbare, d.h. nicht durch ewl Energie Wasser Luzern oder die Stadtverwaltung selbst genutzte Fläche, bloss knapp 9’000 m2 beträgt. Mit anderen Worten sind von den realisierten über 40’000 m2 Dienstleistungsflächen nur gerad 21 % frei vermarktbar.

Die Gemeinde Littau hat 2004 ihr neues Gemeindehaus eingeweiht. Die Stadt Luzern besitzt somit seit der Fusion ein sehr modernes, zeitgemässes und grosses Verwaltungsgebäude (ca. 3’800 m2 Nutzfläche), welches sie zurzeit nur teilweise selber nutzt.

Aus Sicht der FDP-Fraktion fehlt eine Strategie, welche kurz- und mittelfristig die vorhandenen Bedürfnisse an Büroflächen aufzeigt und darstellt, wie diese zukünftige abgedeckt werden können. Insbesondere der mittelfristige Umgang mit dem modernen Verwaltungsgebäude am Ruopigenplatz ist aus Sicht der FDP-Fraktion nicht geklärt. Der Bau von neuen, zusätzlichen Büroräumen im geplanten Ausmass auf dem Areal von ewl Energie Wasser Luzern für die Stadtverwaltung wird von der FDP-Fraktion sehr kritisch beurteilt, wenn gleichzeitig das Verwaltungsgebäude in Reussbühl weitgehend durch Dritte genutzt wird. Hinzu kommt, dass der Kanton bekanntlich plant, seine Verwaltung am Seetalplatz zu konzentrieren, wovon voraussichtlich auch die Dienststelle Informatik, welche zur Zeit Räume am Ruopigenplatz belegt, betroffen sein wird.

Wir bitten den Stadtrat deshalb, dem Parlament in einem kurzen Planungsbericht aufzuzeigen, welche Büroflächen mittel- bis langfristig benötigt werden. Dabei ist auch zu prüfen, in welchem Umfang die Ansprüche an Büroflächen reduziert werden können, insbesondere in Bereichen mit vielen Teilzeitstellen. Basierend auf dieser Analyse ist darzustellen, wo diese Flächen in geeigneter Weise, wirtschaftlich effizient realisiert werden können. Dabei ist ein Hauptfokus auf die Eigennutzung des modernen Verwaltungsgebäudes im Stadtteil Reussbühl zu richten. Weiter ist zu prüfen, ob dieses Gebäude mittelfristig erweitert werden kann, falls sich daraus eine effizientere Nutzung ergibt. Auf die Realisierung von neuen Büroflächen für die Stadtverwaltung auf dem Areal von ewl Energie Wasser Luzern ist, soweit wie möglich, zu verzichten, um möglichst viel zur freien Vermarktung zur Verfügung stehende Dienstleistungsflächen zu ermöglichen.

Rieska Dommann und Fabian Reinhard, namens der FDP-Fraktion

Bericht Büroflächen LZ Bild: Bericht in der Luzerner Zeitung vom 06.01.2017