Entwicklungsmöglichkeiten für Lucerne Festival und LSO aufzeigen

Motion 13

Mit seinem Beschluss vom 12. September 2016 hat der Kantonsrat die Vision einer „Salle Modulable“ beendet. Verständlicherweise war die Enttäuschung und Konsternation in der Luzerner Kulturszene, ob beim Luzerner Theater, dem LSO (Luzerner Sinfonieorchester), dem Lucerne Festival oder auch in der Freien Szene, sehr gross. Einen fassbaren und realistischen Lösungsvorschlag, wohin aus kultureller und wirtschaftlicher Betrachtung sich nun die Kultur in der Stadt Luzern entwickeln soll, haben die kantonsrätlichen Vertreterinnen und Vertreter nicht gegeben.

Mit Datum vom 20. September 2016 hat die grossstadträtliche Spezialkommission mit Mehrheitsentscheid die Motion 8 „Neue Theaterinfrastruktur Luzern unverzüglich weiterplanen“ eingereicht. Ob der in der Motion geforderte Planungsbericht dereinst das Luzerner Theater in eine neue Zukunft führen oder dann doch letztendlich dessen Schliessung besiegeln wird, kann frühestens 2017 oder 2018 beantwortet werden. Die Motionäre stellen fest, dass sich die erwähnte Motion 8 inhaltlich fast ausschliesslich den Bedürfnissen und dem Weiterbestand des heutigen Luzerner Theaters anlehnt, jedoch die an der Vision Salle Modulable ebenfalls beteiligten Partner LSO und Lucerne Festival wie auch weitere Festivalorganisatoren aussen vor lässt. Letztendlich wäre es der grosse Vorteil der Salle Modulable gewesen, dass eben nicht nur das Überleben des Luzerner Theaters mit Einbezug der Freien Szene hätte gesichert werden können, sondern auch das Lucerne Festival und das LSO sich hätten weiterentwickeln können, um Luzern über die Stadt- und Landes- grenzen hinaus als Musikstadt zu etablieren. Während das Theater schon heute trotz jährlich 21 Mio. steuerfinanzierter Subventionen aus kultureller, gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Sicht eine eher unbedeutende Rolle spielt und nicht mehr über das Image eines „Provinztheaters“ hinauskommt, können sich das Lucerne Festival, das LSO und das KKL auch den nationalen und internationalen Ansprüchen stellen. Bei der Diskussion zur Salle Modulable wurde aber auch immer wieder betont, dass sich das Lucerne Festival in Richtung Musiktheater weiterentwickeln muss, um im internationalen Wettbewerb auch über dieses Jahrzehnt bestehen zu können.

Mit der Überweisung dieser Motion wird der Stadtrat aufgefordert, dem Parlament darzulegen, wie er die zukünftige Entwicklung der Festivalstadt Luzern, insbesondere des Lucerne Festival und des LSO beurteilt und welche Massnahmen er zur Umsetzung vorsieht, damit diese Festivals und Kulturinstitutionen in Zukunft auf funktionierendes Umfeld und bedarfs- gerechte Infrastruktur zählen können. Die zu erarbeitende Strategie der zukünftigen Ausrichtung soll selbstverständlich in Zusammenarbeit und Absprache mit den beiden betroffenen Institutionen Lucerne Festival und LSO erfolgen, ebenso mit Einbezug des Kantons Luzern und des Zweckverbands Grosse Kulturbetriebe. Die Motionäre fordern nicht zwingend einen separaten Planungsbericht, sondern sehen eher vor, dass der mit der Motion 8 (deren Überweisung vorbehalten) geforderte Planungsbericht um die in dieser Motion zusätzlich aufgeführten Aspekte erweitert wird.

Marcel Lingg und Peter With
namens der SVP-Fraktion

Laura Grüter Bachmann und Fabian Reinhard
namens der FDP-Fraktion