Teilrevision des Reglements über das Bestattungs- und Friedhofwesen

Neue Luzerner Zeitung vom 14. September 2016

Die vorliegende «Teilrevision des Reglements über das Bestattungs- und Friedhofwesen» ist ein sinnvoller Schritt. Sie führt die unterschiedlichen Reglemente von Littau und Luzern mehr als 6 Jahre nach deren Fusion endlich zusammen. Auch können die vorgesehenen Verbesserungen – etwa im Umgang mit historischen Grabstätten – damit realisiert werden.

Die Teilrevision wurde vom Grossen Stadtrat mit nur einer Gegenstimme gutgeheissen. Staub aufgewirbelt hat eine ganz andere Sache. Im Zusammenhang mit dem «Kredit für die Sanierung der Friedhofanlagen» gab der in Aussicht gestellte Umgang mit den christlichen Symbolen in der Einsegnungs- und in der Abdankungshalle Anlass zu Widerstand. Insbesondere eine «Einmauerung» und damit definitive Unsichtbar-Machung dieser Symbole wollte man in breiten Kreisen nicht akzeptieren. Man fühlte sich in seinen religiösen Gefühlen verletzt.

Die Parteien und der Stadtrat haben konstruktive Lösungsvorschläge eingebracht. Eine pragmatische Lösung soll einerseits zu den christlichen Symbolen Sorge tragen und andererseits ermöglichen, dass Menschen anderer Religionen oder ohne religiöse Überzeugung in konfessionsneutral gestalteten Räumen von ihren Verstorbenen Abschied nehmen können. Gerade Christen steht es nur gut an, ganzheitlich für Toleranz und Religionsfreiheit aller einzustehen und genuin christliche Werte einladend einzubringen, statt sich auf religiöse Zeichen und Symbole zu fixieren.

Das gilt besonders auch für nicht sakrale Räume der Stadt Luzern, die Menschen unterschiedlicher Überzeugungen beim Abschiednehmen von Verstorbenen als «stimmige» Orte zur Verfügung stehen sollen. Pragmatische Lösungen im Sinne einer gegenseitigen Rücksichtnahme sind der geeignete Weg dafür, auch wenn dieser im Reglement nicht fixiert ist. Das Referendum lehnt die Teilrevision ab, ohne deren Inhalt ablehnen zu wollen. Mit dem Referendum will man vielmehr erzwingen, dass der Umgang mit christlichen Symbolen im Reglement fixiert wird. Doch mit der Ablehnung geschieht dies nicht.

Wer die Teilrevision des Reglements über das Bestattungs- und Friedhofwesen ablehnt, lehnt eine sinnvolle Änderung des Reglements ab. Wer die Sache «bodigen» will, um ein Ziel zu erreichen, das auf diesem Weg gar nicht erreicht werden kann, ist auf dem Holzweg. Überzeugt stimme ich der Änderung des Reglements über das Bestattungs- und Friedhofwesen zu.

NLZ Bild: Neue Luzerner Zeitung vom 14. September 2016