«Der Starke ist am mächtigsten allein.»

Von Wilhelm Tell liess sich die CVP bei der Festlegung ihrer Taktik im Blick auf die Luzerner Stadtratswahlen 2016 offenbar inspirieren. Die FDP, stärkste bürgerliche Kraft in Luzern, wollte den Weg nicht allein gehen. Sie nahm mit der CVP und der SVP Kontakt auf und schlug ein gemeinsames Vorgehen, eine Listenverbindung der drei bürgerlichen Parteien vor. Die SVP reagierte darauf positiv. Die CVP wies das Angebot aber zurück. Sie ging den Weg allein. Das Resultat des 1. Wahlganges zeigt nun deutlich: die CVP ist mit ihrem Alleingang zur grossen Wahlverliererin geworden.

Dies schmerzt die CVP. Auch die FDP und die SVP bedauern dieses Resultat; die Position der Bürgerlichen ist damit nämlich geschwächt.

Auch wenn die drei bürgerlichen Parteien das Heu nicht stets auf derselben Bühne haben, auch wenn sie - in ihrer jeweiligen Eigenständigkeit – bei ihren Zielsetzungen von unterschiedlichen Werten geprägt sind, so können sie sich bei grundsätzlichen Fragen (z.B. in der Finanzpolitik) doch zu gemeinsamen bürgerlichen Optionen durchringen.

Wir stehen nun vor dem 2. Wahlgang des Stadtrates. Damit es dabei für die CVP nicht noch schlimmer kommt, hat sie sich nun in ihrer akuten Notlage zu einem Schulterschluss durchgerungen. «Der Not gehorchend, nicht dem eignen Trieb» (wiederum Schiller) setzt sie sich nun in einem FDP-SVP-CVP- Schulterschluss für die Wahl von Stefan Roth (CVP) zum Stadtrat und Stadtpräsidenten und für Peter With (SVP) zum Stadtrat ein. Martin Merki (FDP) ist mit einem Glanz-Resultat bereits gewählt.

Zur Einsicht gekommen ist die CVP etwas spät, aber immerhin! Nur das gemeinsame Ziehen am selben Strick kann den bürgerlichen Parteien zu ihrem zustehenden je eigenen Stadtrats-Sitz und Luzern und zu einem bürgerlichen Stadtpräsidenten verhelfen.