Pragmatische liberale Lösungen im „Bilderstreit“

Gemäss liberaler Grundhaltung ist der Staat nicht zuständig für religiöse Angelegenheiten. Der Staat überlässt dies den Gläubigen und deren Gemeinschaften. Das war nicht immer so und das ist auch heute nicht überall so, was denn auch zu unseligen politischen Machtkämpfen und zerstörerischen Kriegen geführt hat und leider immer noch führt. Die FDP setzt sich in Luzern dafür ein, dass sich die politischen Behörden nicht in religiöse Angelegenheiten einmischen. Sie tut dies nicht in Missachtung der Konfessionen und Religionen, sondern in Respekt gegenüber den religiösen Überzeugungen und Gefühlen aller gläubigen Menschen.

Der Entscheid des Grossen Stadtrates bezüglich der religiösen Symbole in der Abdankungshalle des Friedentales trifft offenbar Luzernerinnen und Luzerner in ihren religiösen Gefühlen. Wir respektieren die religiösen Gefühle aller Menschen in ihrer ganzen Vielfalt. Eine politische Grundsatzdebatte zu religiösen Fragen wird unsere Partei nicht führen; der Kulturkampf ist überwunden.

Gerade weil wir die religiösen Gefühle aller Menschen respektieren, befremdet es uns, wenn Parteien das Thema und damit religiöse Gefühle für den politischen Wahlkampf instrumentalisieren wollen.

Die FDP will den „Bilderstreit“ nicht als Wahlkampfthema ausschlachten. Sie setzt sich in dieser aktuellen Auseinandersetzung deeskalierend ein. Sie bietet Hand für eine pragmatische Lösung (Vorhang, Abdeckung, mobile Lösungen), die den religiösen Gefühlen der Menschen unterschiedlicher Religionen Rechnung trägt.

CVP und SVP suchen den längst überwundenen Kulturkampf für ihren Wahlkampf. Da machen wir nicht mit. Die Toleranz einer Gesellschaft misst sich an ihrem Umgang mit ihren Minderheiten.