Nur eine erreichbare Stadt kann sich entwickeln

Initiative für einen flüssigen Verkehr

Die Stadt Luzern wächst; sie wächst jedes Jahr um beinahe 2‘000 EinwohnerInnen. Die Menschen dieser Stadt bewegen sich. Mit den Menschen dieser Stadt bewegen sich auch viele EinwohnerInnen der Agglomeration in unserer Stadt Luzern.

Die Stadt wächst, die Agglomeration wächst, die Mobilität wächst. Und der Verkehr? Er wächst damit auch.

Doch den motorisierten Individualverkehr will man in Luzern per Reglement plafonieren. Man argumentiert, die Stadt sei quasi gebaut und da gäbe es einfach keinen zusätzlichen Platz für den Verkehr.

Doch dies stimmt so nicht, denn: Die Stadt ist nicht quasi fertig gebaut; in den Stadtteilen Littau und Reussbühl werden neue Quartiere entstehen. Diese müssen erschlossen werden; es wird neue Strassen und zusätzlichen Verkehr geben. Gemäss Reglement soll eine Zunahme des motorisierten Individualverkehrs in neuen Aussenquartieren denn auch möglich sein. Doch wenn das Gesamtvolumen des Verkehrs plafoniert ist, lässt sich dies nur durch eine Reduktion des Verkehrs in den andern Stadtteilen realisieren.

Und wie verhält es sich mit den projektierten Umfahrungsstrassen (Bypass, Spangen) und mit deren Verkehr? Sollen diese Strassen auch dem Reglement geopfert werden, obwohl sie die Stadt vom Durchgangs- und Zubringerverkehr entlasten könnten? Und ist mit diesem Reduktions-Reglement ein Parkhaus „Musegg“ oder ein anderes Projekt realisierbar.

Dass die Stadt für den öffentlichen Verkehr und für das Velo gute Voraussetzungen schafft, ist sinnvoll und notwendig. Die entsprechenden Bemühungen im Sinne einer damit verbesserten Lebensqualität sind zu begrüssen. Doch eine Stadt kann nur leben und funktionieren, auch wirtschaftlich funktionieren, wenn sie gut erreichbar ist, nicht nur mit dem Velo. Die Unternehmen und das Gewerbe in der Stadt und damit auch die Stadt sind darauf angewiesen. Der Gewerbler kann nicht einfach das Velo nehmen.

Die aktuelle Verkehrspolitik der Stadt Luzern trägt dem zu wenig Rechnung. Die Volksinitiative „für einen flüssigen Verkehr“ gibt in ihrer Stossrichtung notwendiges Gegensteuer. Insofern kann die Initiative mit unserer Unterstützung der FDP rechnen, auch wenn sie nicht alle Probleme löst. Aber das tut das aktuelle Reglement auch nicht.

Und was für die Verkehrspolitik gilt, gilt für die Stadtpolitik generell. Im Verkehrsstau bleibt man stehen, durch den Entwicklungsstau wird die notwenige Weiterentwicklung der Stadt gebremst.

Die FDP will in der Verkehrspolitik ein lösungsorientiertes Nebeneinander von MIV, ÖV und Langsamverkehr. Was wir nicht wollen, ist ein starres Korsett in der Verkehrspolitik! Wir wollen eine Stadt, die sich weiterentwickeln kann! Die Stadt kann sich eine einseitige Verkehrspolitik mit einer starren Plafonierung nicht leisten!

Mehr Informationen

Bericht und Antrag Initiative “Für einen flüssigen Verkehr”

Luftbild Luzern Das Luzerner Zentrum aus der Luft