Wird das Gewerbe aus der Stadt Luzern verdrängt?

Initiative «Zwischennutzung statt Baulücke» der Juso

Die Stadt Luzern wächst. Alleine im Jahr 2012 ist die Wohnbevölkerung um mehr als 1800 Menschen gewachsen. Die Stadt ist attraktiv, und der urbane Lebensstil liegt im Trend. Mit der Dichte wächst auch das Potenzial für Nutzungskonflikte: Die Toleranz gegenüber dem Handwerker im Innenhof ist in den letzen Jahre nicht gestiegen. Auch Beschwerden über Emissionen von Partygängern nehmen zu. Urbanes Lebensgefühl ja, aber «Bitte Ruhe!».

Mit dem Wachstum nehmen auch die Verkehrsprobleme zu. Das Gewerbe ist darauf angewiesen, dass eine Fortbewegung – nicht nur per Velo – möglich bleibt. Ein Gesamtkonzept inklusive neuer Verkehrsachsen tut Not.

Aber was ist überhaupt das Gewerbe? Von gross bis klein; von der Schreinerei über den Coiffeur, von der Boutique bis zum Internet-Startup – sie alle gehören zum Gewerbe.

Bei den kleinen Betrieben im Detailhandel gibt es sicher solche, die – gerade an sehr attraktiven Passantenlagen – mit hohen Mieten zu kämpfen haben. Grund dafür aber sind die vielen Leute, die nach Luzern zum Einkaufen kommen. So überrascht es nicht, dass es in der Stadt unzählige Einkaufsmöglichkeiten gibt. Auch das Gastronomieangebot ist vielfältiger als je zuvor.

Die Stadt aber ist auch auf grössere Firmen als gute Steuerzahler angewiesen. Die Entwicklung von Schlüsselarealen mit zusammenhängenden Flächen wäre ganz zentral für die Neuansiedlung grösserer Firmen. Die vereinigte Linke dieser Stadt wird aber nicht müde mit Initiativen («Industriestrasse», «Zwischennutzung», «Südzubringer») die Entwicklung der Stadt zu hemmen.

Es gibt in der Stadt linke Kreise, die ihre eigenen ideologischen Vorstellungen einer Stadtentwicklung allen anderen aufzwingen wollen. Eine Stadt aber, in der ausschliesslich der genossenschaftlich-soziale Wohnungsbau und die staatlich geförderte Alternativkultur ihren Platz zum Wachsen bekommen sollen, ist bestimmt kein zukunftsweisendes Modell.

Dynamik macht jede Stadt aus. Das Gewerbe ist genauso dynamisch; es weiss sich ständig anzupassen und neu zu erfinden: Man muss das Gewerbe nur machen lassen und nicht ständig mit neuen Vorschriften und Einschränkungen behindern!

Pro & Contra: Wird das (Klein-)Gewerbe aus der Stadt Luzern verdrängt, zentral+, 15. April 2013

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