Die Bilder gehören auf der Kapellbrücke

Re-Bild the Bridge

Die Freisinnigen lancieren die Diskussion um die Kopien der Kapellbrückenbilder neu.

Gibt es denn nicht viel dringendere Problem als unsere Kapellbrücke mit den alten, den fehlenden, den verbrannten, den neuen alten Bildern? Doch! Es gibt viel wichtigere Probleme, die im Interesse der Zukunft, des Wohles, der Freiheit der Luzernerinnen und Luzerner anzupacken sind!

Die Bilder auf der Kapellbrücke sind keines der grossen Themen. Doch dieses Problem kann seitens der Stadt Luzern mit einem bescheidenen Aufwand im Interesse eines Grossteils der Bevölkerung der Stadt gelöst werden. Denn: auf Grund der Eigeninitiative eines Luzerners sind die alten, im Jahre 1993 verbrannten Bilder neu gemalt worden. Sie sind in einem Keller gelagert und warten nur darauf, im neuen Giebel der alten Brücke zu hängen. Die alten - leider vom Brand zerstörten - wertvollen historischen Bilder haben Geschichten erzählt. Und diese Geschichten wollen und können die neuen alten Bilder den unzähligen Menschen erzählen, die Tag für Tag über diese Brücke gehen. Aus der ganzen Welt kommen Touristen angereist, um unsere Kapellbrücke zu besuchen.

Diese neuen alten Bilder sind nicht so viel wert wie die damaligen Originale aus dem 17. Jahrhundert. Aber auch sie erzählen Geschichten, sie vermitteln Kultur und sind damit viel mehr wert, als die von den Stadtbehörden so schwer gewichteten kunsthistorischen Bedenken.

Ich will mir diese Bilder nicht vorenthalten lassen. Die neuen alten Bildtafeln gehören auf die Brücke; sie erzählen uns die alten Geschichten neu. Und sie sollen zudem eine neue Geschichte erzählen: die Geschichte, dass Eigeninitiative nicht in den Keller verbannt wird und dass die Behörden im Interesse der breiten Bevölkerung entscheiden - mit mehr Mut: für die neuen alten Bilder auf unserer Kapellbrücke.

Yvonne Ruckli, Otto Ineichen, Fabian Reinhard Yvonne Ruckli, Otto Ineichen, Fabian Reinhard Bild: Neue Luzerner Zeitung