Freie Parkfelder finden ohne Suchverkehr

Standpunkt in der Luzerner Rundschau vom 17.02.2017

In einer Stadt wie Luzern sind sowohl Velo- wie Autofahrer auf gut erreichbare Parkmöglichkeiten angewiesen, hängt doch nicht zuletzt die wirtschaftliche Entwicklung des Gewerbes und der Geschäfte von der Erreichbarkeit ab. Wer mit dem Auto – oder mit dem Velo – in der Stadt Luzern unterwegs ist, kennt jedoch das Problem: Parkplätze sind ein rares Gut, längst nicht nur am Vorabend oder Abend. Auch tagsüber ist oft viel Geduld erforderlich, und zuweilen lassen sich auch mehrere Suchrunden nicht vermeiden, was nicht nur die Umwelt, sondern auch den Verkehr zusätzlich belastet. Nicht weniger als 35 Prozent vom Innenstadtverkehr sollen solche unnötigen Fahrten gemäss verschiedenen Untersuchungen ausmachen.

Der gesunde Menschenverstand und die ökonomische Vernunft fordern einen effizienten Umgang mit knappen Ressourcen. Dies gilt für Energie genauso wie für die Parkplätze. Es macht wenig Sinn, dass einzelne Felder stunden- oder tagelang leer stehen und nicht genutzt werden, während die Gesamtnachfrage das Gesamtangebot übersteigt.

Was liegt näher, als auch dieses Problem mit Hilfe neuer Technologien zu lösen. In vielen Städte gibt es sogenannte Parkplatzbörsen. Über eine Vermittlungsplattform, eine Smart Parking App, können gemietete Parkplätze in Zeiten, in welchen diese leer stehen, untervermietet werden. Suchende werden über die App in Echtzeit zu einem freien Platz geleitet. Ein solches System hat nicht nur das Potential, dass die knappe Ressource Parkplatz effizienter genutzt wird und damit gesamthaft weniger Siedlungsfläche für Parkfläche verbraucht wird, sie hat auch das Potential, dass der nach ökonomischen und ökologischen Kriterien schädliche Suchverkehr abnimmt. Über das gleiche System liesse sich auch die Bezahlung regeln.

Ich bin überzeugt, dass Luzern mit Smart Parking nur profitieren könnte.

Bild 20min Smart Parking 20 Minuten vom 20. Februar 2017: FDP will intelligentes Parkplatz-System für Luzern


Smart Parking und Parkplatzbörsen

Interpellation

Parkplätze sind in der Stadt Luzern knapp. Die Erreichbarkeit ist für die wirtschaftliche Entwicklung des Gewerbes und der ganzen Stadt zentral. Die verschiedenen Verkehrsformen wie öffentlicher Verkehr, Langsamverkehr und motorisierter Individualverkehr sollen dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wie der Velofahrer ist auch die Autofahrerin auf gut erreichbare Parkmöglichkeiten angewiesen.

In dicht besiedeltem Gebiet, besonders in der Stadt, sind Parkplätze ─ für Velos und Autos ─ ein knappes Gut. Der gesunde Menschenverstand und die ökonomische Vernunft fordern einen effizienten Umgang mit knappen Gütern. Es macht wenig Sinn, dass einzelne bestehende Ressourcen (Parkplätze) leer stehen und somit nicht genutzt werden, während die Gesamtnachfrage das Gesamtangebot übersteigt.

Eine Möglichkeit zur effizienteren Nutzung der Ressource Parkplatz bietet das System einer „Parkplatzbörse“. Dabei können gemietete Parkplätze in Zeiten, in welchen die Plätze leer stehen, über eine Vermittlungsplattform (Stichwort „Smart Parking App“) untervermietet werden.

Dank neuer technischer Möglichkeiten bietet sich zudem die Möglichkeit, die Belegungssituation von Parkplätzen quasi in Echtzeit zu erfassen und relevante Informationen mittels Apps an Parkplatzsuchende weiterzugeben. Ein entsprechendes Pilotprojekt gibt es gemäss LUZERNER ZEITUNG vom 20.1.2017 unter dem Titel „Neue App führt Cars zum Parkplatz“ auf dem EWL-Areal. Auch beim Thema Carparkierung scheint die Stadt auf Smart Parking Technologie zu setzen. Dies geht auch aus dem oben erwähnten Zeitungsbericht hervor. Neue Technologien böten zudem die Möglichkeit, die Nutzungspreise von Parkplätzen dynamischer zu gestalten.

Solche neuen Systeme haben nicht nur das Potential, dass die knappe Ressource Parkplatz effizienter genutzt wird und damit gesamthaft weniger Siedlungsfläche für Parkfläche verbraucht wird; sie haben auch das Potential, den ─ nach ökonomischen und ökologischen Kriterien ─ schädliche Suchverkehr zu verkleinern. Im Zusammenhang mit «Smart Parking» gelangen wir mit folgenden Fragen an den Stadtrat:

  1. Ist sich der Stadtrat bewusst, dass „Smart Parking“ ein Teil einer «Smart City» ist?
  2. Hat der Stadtrat die Auswirkungen einer „Parkplatz-Weitervermietung“ untersuchen lassen?
  3. Wenn ja: zu welchen Erkenntnissen hat dies geführt? Liegen allenfalls aktuelle Studien vor?
  4. Wenn nein: wird sich der Stadtrat demnächst mit dem Problem auseinandersetzen?
  5. Sind die rechtlichen Gegebenheiten eines solchen Systems klar? Welche Rechtsgrundlagen sind dabei massgebend? Gibt es Einschränkungen bezüglich Untervermietungen privater Parkplätze?
  6. Verfügt Luzern über Zahlenmaterial, welches aufzeigt, wie hoch in der Stadt der Parkplatz-Suchverkehr im Verhältnis zum Durchgangsverkehr ist?
  7. Gibt es Überlegungen, die Preise für Parkplätze abhängig von der Nachfrage dynamisch zu gestalten?

Fabian Reinhard
namens der FDP Fraktion


Studie zum Parking Musegg öffentlich machen

Dringliches Postulat

Gemäss Bericht der Luzerner Zeitung vom 3.2.2017 hält der Stadtrat eine Studie geheim, welche aufzeigt, dass es zur Lösung des Carproblems langfristig keine Alternative zum Parkhaus Musegg gibt. Diese Studie wurde vom Stadtrat selbst in Auftrag gegeben und liegt– so die Luzerner Zeitung - schon seit September vor. Die Zeitung berichtet auch, dass die genannte Studie der Verkehrskommission zugänglich gemacht worden ist.

Die Mehrheit des Parlamentes hat die Planung des Musegg-Parkings am 15. Dezember 2016 mit einem dringlichen Postulat gestoppt. Die Postulanten machten dabei geltend, dass zu wenig über das Projekt bekannt sei. Der Stadtrat hat der Dringlichkeit nicht opponiert und war bereit, das Postulat teilweise entgegen zu nehmen.

Der Stadtrat hat dem Parlament damit entscheidungsrelevante Fakten vorenthalten. Es stellt sich die Frage, ob die Debatte und Entscheidung am 15. Dezember anders verlaufen wären, wenn der Stadtrat die entsprechende Studie nicht unter Verschluss gehalten hätte.

Die Postulanten fordern den Stadtrat auf, die entsprechende Studie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Fabian Reinhard und Sonja Döbeli Stirnemann
names der FDP Fraktion

Mirjam Fries und Roger Sonderegger
names der CVP Fraktion

Peter With und Urs Zimmermann
names der SVP Fraktion

Startup Bild: Artikel Luzerner Zeitung vom 04.02.2017